Kosmosviertel

Das Kosmosviertel ist einer von drei Ortsteilen Altglienickes im Bezirk Treptow-Köpenick. Das Quartier liegt in unmittelbarer Nähe zum Mauerradweg und dem Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Im Südosten grenzt das Kosmosviertel an Schönefeld und ist nur drei Busstationen vom Flughafen entfernt. Im Nordosten trennen nur die Autobahn A113 und der Landschaftspark den Kiez von Rudow. In den übrigen Richtungen liegen die beiden Stadtteile Altglienicke-Dorf und das Kölner Viertel.

Das Kosmosviertel wurde in den Jahren 1987 bis 1991 als Teil einer in der ehemaligen DDR konzipierten Großbausiedlung errichtet. Der Name des Viertels spiegelt sich in den Straßennamen, Sirius-, Venus-, Uranus- und Pegasusstraße wieder. Fast alle Gebäude wurden in Plattenbauweise errichtet und reichen von drei- bis elfgeschossigen Wohngebäuden. Drei Wohnungsunternehmen (Wohnungsverwaltungsgesellschaft Altglienicke Schönefeld GbR, Wohnungsgenossenschaft Altglienicke eG, Stadt und Land) verwalten den Großteil der Wohnungen im Quartier. Von Norden nach Süden durchzieht ein öffentlicher Grünzug das Gebiet. Er verbindet die Pegasus-Grundschule mit dem Anne-Frank-Gymnasium. Im Zentrum des Kosmosviertels befinden sich eine Ladenzeile mit verschiedenen Nahversorgungsbetrieben sowie einem Supermarkt. Ein ursprünglich im Großsiedlungskonzept vorgesehener „Dienstleistungswürfel“ wurde nicht fertiggestellt. Diese Brachfläche soll in den kommenden Jahren bebaut werden.

Nach Fertigstellung der Großbausiedlung im Jahr 1991 haben sich viele Berliner*innen entschlossen im Kosmosviertel in einer grünen und ruhigen Umgebung am Stadtrand zu leben. Viele Kinder und Jugendliche sind hier geboren und aufgewachsen. Insbesondere in den Wohnungen der Genossenschaft, leben die Menschen seit Jahren vor Ort. Durch den altersgerechten Ausbau vieler Wohnungen, liegt der Anteil der Senior*innen hier bei annähernd 25%. Insbesondere in der Genossenschaft, aber auch im Kiezklub haben sich so feste nachbarschaftliche Strukturen entwickelt. 

Im gesamten Kosmosviertel liegt der Anteil von Menschen über 65 Jahren mit 16,3 Prozent unter dem Berliner Durchschnitt. Fast jeder fünfte Einwohner ist unter 18 Jahre alt. Das Gebiet weist eine für Berliner Verhältnisse durchschnittliche Zu- und Abwanderung auf, die vor allem in den nicht-genossenschaftlichen Wohnungen deutlich höher liegt. Durch die im Vergleich günstigen Mieten ist das Gebiet für viele Berliner*innen mit geringem Einkommen Zuzugsgebiet geworden. Dies spiegelt sich in den höheren Anteilen von Erwerbslosen (14,9%) und Langzeitarbeitslosen (6,0%). 

Im Kosmosviertel leben für Berliner Verhältnisse vergleichsweise wenige Menschen mit Migrationshintergrund. Nur jeder zehnte Bewohner hat eine nicht-deutsche Biografie. Unter der Gruppe von Spätaussiedler*innen haben sich in den vergangenen Jahren feste Strukturen gebildet, die von gemeinsamen Frühstücken über einen Chor hin zum gemeinsamen Betrieb einer Kleingartenanlage reichen.

 

 

Kosmosviertel

Berlin

Einwohner

5.827

 

Anteil unter 18

19,0%

15,1%

Anteil über 65

16,3%

19,2%

Einwohner*innen mit Migrationshintergrund

10,8%

26,5%

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

16,9%

42,6%

Arbeitslosigkeit

14,9%

7,4%

Langzeitarbeitslosigkeit

6,0%

2,4%

Transferleistungsbezug

23,3%

12,2%

Kinderarmutsquote

56,16%

28,37%

Anteil Alleinerziehender Haushalte

49,9%

31,6%

Wohndauer über 5 Jahre

59,0%

60,7%

Wanderungsvolumen

25,2%

26,7%

Tabelle 1: Daten aus dem Monitoring Soziale Stadt 2015 & 2013 sowie aus der Einwohnerstatistik des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg 2015

Typisch für die Lage am Stadtrand folgt das Kosmosviertel einem eher ruhigen Rhythmus. Im Sommer spielt sich das Leben auf der zentralen Grünachse, den Spielplätzen sowie den gastronomischen Einrichtungen im Kiezzentrum ab. Gerade die verkehrsberuhigte Ladenzeile hebt sich durch ihren städtischen Charakter vom Rest des Kosmosviertels und den umgebenden Einfamilienhaussiedlungen ab. 

Als größere Veranstaltungen finden jährlich das Kiezfest im Kosmosviertel vor dem Bürgerhaus Altglienicke sowie das Kinderfest Altglienicke auf dem benachbarten Abenteuerspielplatz und dem Gelände des Kinder- und Jugendzirkus statt. Organisiert und durchgeführt werden sie in erster Linie von den lokalen Einrichtungen und Trägern, die von ehrenamtlichen Helfer*innen aus dem Kiez unterstützt werden.

Neben etablierten Strukturen im Kiezklub und der Wohnungsgenossenschaft hat sich in den vergangenen Jahren eine Gruppe engagierter Bürger*innen zusammengefunden, die zahlreiche Projekte im Gebiet aus Mitteln des FEIN-Programms angestoßen haben. Zudem betreut diese Gruppe den im Bürgerhaus angesiedelten Infopunkt.

Mit der Grundschule am Pegasus-Eck und dem Anne-Frank-Gymnasium befinden sich zwei Schulen im Quartier. Unterschiedliche Träger betreiben darüber hinaus vier Kindertagesstätten, die von 468 Kindern besucht werden können. Für Senior*innen betreibt das Unionhilfswerk ein Pflegewohnheim, das Platz für 150 Senior*innen bietet.

Zahlreiche Angebote der Jugend-, Kultur- und Freizeitarbeit haben sich über die Jahre im Kosmosviertel etabliert. Im Zentrum steht das Bürgerhaus Altglienicke mit dem ABZ (Altglienicker Bürgerzentrum).

Das ABZ ist die kulturell-künstlerische Säule des Hauses mit einem generationsübergreifenden Profil für die Bereiche: Ausstellungen, Kurs- und Workshopangebote, Theater- und Tanzprojekte, Lesungen und Konzerte.

Im Bürgerhaus finden im großen Veranstaltungssaal regelmäßig Veranstaltungen für Bewohner*innen aus dem Kiez, aber auch aus den umliegenden Stadtteilen, statt. Im Haus befindet sich zudem eine Stadtteilbibliothek, der Kiezklub, der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, die Medienetage, ein Kindertreff des Jugendamtes, sowie die Jugendfreizeiteinrichtung Club 24 und der Infopunkt, der von einer Bewohner*innengruppe ehrenamtlich organisiert wird. Ab Mitte des Jahres 2016 wird zudem das Altglienicke Museum des Bürgervereins Altglienicke ins Bürgerhaus ziehen. Darüber hinaus nutzen weitere Gruppen das Bürgerhaus für Veranstaltungen und Angebote.

Neben dem Bürgerhaus stellt auch die Wohnungsgenossenschaft Altglienicke ihren Mitgliedern verschiedene Angebote und Räume zur Verfügung. Für Eltern ist neben den KiTas das Familienzentrum eine zentrale Anlaufstelle. Im öffentlichen Raum arbeiten neben den örtlichen Einrichtungen die Streetworker mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In unmittelbarer Nähe des Gebiets befinden sich darüber hinaus ein Abenteuerspielplatz und ein Kinder- und Jugendzirkus.