Was ist QM?

Dein Kiez bekommt ein Quartiersmanagement, um dein Wohnviertel mit seinen Nachbarschaften lebenswerter zu gestalten. Um direkt vor Ort zu sein, beziehen die Quartiersmanager*innen in deinem Kiez ein Quartiersbüro. Außerdem gibt es für das Quartiersmanagementgebiet Fördergelder, damit kleinere und größere Projekte umgesetzt werden können. Gemeinsam wird im Stadtteil entschieden, wer das Geld bekommen soll.
In Berlin gibt es Quartiersmanagementgebiete seit 1999. Zurzeit sind es 34.

Einen kleinen Überblick darüber, was Quartiersmanagement bedeutet und welche Möglichkeiten es den Bewohner*innen bietet, findest du anhand der folgenden Fragen. Wir zeigen, wie das Quartiersmanagement funktioniert und wer daran beteiligt ist.

Das Kosmosviertel soll lebenswerter und schöner werden. Statistische Erhebungen, Berichte des Bezirksamtes Treptow-Köpenick und ein Gutachten des Instituts für Stadtforschung und Strukturpolitik zeigen, dass in deinem Kiez Veränderungen in verschiedenen Bereichen notwendig sind. Der Fachmann sagt dazu: es besteht „besonderer Aufmerksamkeitsbedarf“. Das Kosmosviertel wurde auch deshalb ausgewählt, weil es eine große Bereitschaft im Bezirk und bei den Einrichtungen vor Ort gibt, gemeinsam an einer positiven Entwicklung des Kosmosviertels mitzuarbeiten.

Im Kosmosviertel existierten bereits viele gute Strukturen, an die das Quartiersmanagement anknüpfen kann. Besonders hervorzuheben ist der Info-Punkt, wo eine Bürgerinitiative seit Jahren gute Ideen für den Kiez sammelt und umsetzt.

Wir als Quartiersmanagement-Team möchten zuallererst mit dir ins Gespräch kommen und stellen Fragen: In was für einem Kiez wollen wir leben? Was soll im Kosmosviertel passieren? Was wird gebraucht? Und vor allem: Wie können wir das gemeinsam erreichen? Wer macht bei den Projekten mit?

Wir bündeln bereits bestehende Aktivitäten und Initiativen in deinem Kiez. Außerdem spüren wir die Interessen der Bewohner*innen, der Gewerbetreibenden und der Hauseigentümer*innen auf. Auch die Ansätze der lokalen Politik und Verwaltung kommen in den Ideentopf. Alles dient dazu, die öffentliche Diskussion anzuregen und Verbesserungen zu erreichen.

Anschließend gewinnen wir für die Ideen geeignete Partner und begleiten die gemeinsame Umsetzung der Projekte. Wenn Bedarf besteht, erkunden wir auch Finanzierungsmöglichkeiten.

Unser Team vor Ort, das sind: Daniel Fritz, Marieke Piepenburg und Tobias Woskowski. Einmal im Monat treffen wir uns mit Vertreter*innen der Senats- und Bezirksverwaltung zur so genannten Steuerungsrunde. Hier werden die aktuellen Themen besprochen und das künftige Vorgehen wird abgestimmt.

Die Grundlage für unsere gemeinsame weitere Arbeit bildet das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK). Es ist der Fahrplan für die künftige Entwicklung des Kosmosviertels. Alle bestimmen über den Inhalt des IHEKs mit: Bewohner*innen, Initiativen und Vereine, Gewerbetreibende und Hauseigentümer*innen sowie die bezirkliche Verwaltung und Politik.

Das IHEK ist deshalb so entscheidend, weil es die Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten festhält. Die gemeinsame Entwicklungsstrategie für das Gebiet soll transparent und für alle nachvollziehbar sein. Auch eventuelle Interessens- und Nutzungskonflikte können dadurch erkannt und angegangen werden.

Gemeinsam mit dir, den Bewohner*innen und anderen Leuten vor Ort will das Quartiersmanagement die Wohn- und Lebensqualität in deinem Kiez verbessern. Es soll ein lebendiges und lebenswertes Kosmosviertel entstehen. Alle Beteiligten im Kiez erarbeiten ein Entwicklungskonzept (IHEK), in dem festgeschrieben wird, wie dieses Ziel erreicht werden soll.

Das Quartiersmanagement wird nicht für immer im Kosmosviertel bleiben. Wir arbeiten darauf hin, dass die Bewohner*innen und andere Einrichtungen im Quartier gemeinsam die Verantwortung für ihren Kiez übernehmen. Die Strukturen, die während des Quartiersmanagements geschaffen werden, sollen auch später weiter bestehen und allen zugutekommen.

Drei Arten von Projekten können Geld erhalten:

1. Kleinere und kurzfristige Projekte bis 1.500 Euro aus dem Aktionsfonds
Schnelles Geld für Geistesblitze – so funktioniert der Aktionsfonds. Die Ideen für Aktionen kommen aus deinem Quartier. Sie sollen das Zusammenleben im Kiez fördern oder das Wohnumfeld verschönern. Jede*r kann eine Idee vorschlagen. Pro Idee stehen maximal 1.500 Euro zur Verfügung. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Anwohner*innen. Hast Du eine Idee? Melde Dich bei uns!

2. Mittelfristige Projekte im Quartier ab 5.000 Euro aus dem Projektefonds

Diese Projekte sollen nachhaltig wirken und die Struktur fördern.
Nachhaltig bedeutet, dass Projekte bis zu fünf Jahre lang gefördert werden können und die Verbesserungen auch danach noch wirksam sind.

Strukturfördernd bedeutet, dass insbesondere Einrichtungen, Vereine, Initiativen sowie Netzwerke und Kooperationen gefördert werden, die auch nach dem Auslaufen des Quartiersmanagements weiter bestehen werden.

Diese Projekte werden vom Quartiersrat entwickelt. Hierbei stützt der Rat sich auf den gemeinsam erarbeiteten Entwicklungsfahrplan für den Kiez, das so genannte IHEK. Das Quartiersmanagement schreibt anschließend einen Projektwettbewerb aus, um einen geeigneten Träger zu finden. Der Quartiersrat und das Quartiersmanagement begleiten später auch die Umsetzung der Projekte.

3. Bauprojekte aus dem Baufonds

Größere Bauprojekte werden mit 50.000 Euro oder mehr gefördert. Sie dienen der nachhaltigen Stabilisierung und Entwicklung des Gebietes. Die Entscheidung, wo investiert werden sollte, treffen die Bewohner*innen, der Quartiersrat, weitere Partner der Gebietsentwicklung und die bezirklichen Fachämter. Alle Beteiligten berufen sich hierbei ebenfalls auf das IHEK. Die endgültige Auswahl der Projekte treffen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der Bezirk in einem transparenten Entscheidungsverfahren.

Ob ein Projekt gefördert wird, entscheiden verschiedene Gremien. Diese setzen sich je nach Art des Projektes unterschiedlich zusammen:

– Die Aktionsfondsjury besteht aus Bewohner*innen. Das Team vom QM ist hier nur zur Beratung dabei, hat aber keine Stimme.
– Der Quartiersrat besteht aus Bewohner*innen und lokalen Akteuren im Kiez. Außerdem ist häufig eine Vertretung aus dem Bezirksamt und manchmal auch aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen dabei.
– Die Steuerungsrunde besteht aus dem Team des Quartiersmanagements und je einer Vertreter*in aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie dem Bezirksamt Treptow-Köpenick.

Über den Aktionsfonds, auch als Finanzspritze für Geistesblitze bezeichnet, entscheidet die Aktionsfondsjury in regelmäßigen Abständen. Zuvor überprüft die Steuerungsrunde, ob die eingereichte Idee die Anforderungen des Quartiersmanagements erfüllt und ob die Kostenkalkulation sinnvoll erscheint. In jedem Jahr stehen dem Kiez insgesamt 10.000 Euro für Aktionen zu Verfügung.

Über den Projektefonds entscheidet der Quartiersrat mit. Die vorgeschlagenen Projekte werden aus dem IHEK abgeleitet. Die Auswahl der Träger für die Projekte findet in einem Auswahlgremium statt, für das die Quartiersräte Vertreter*innen bestimmen können. Das Geld für die Projekte wird für mehrere Jahre bewilligt. Wieviel Geld pro Jahr im Projektefonds vorhanden ist, wird vorab jährlich durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen bekannt gegeben.

Über den Baufonds entscheiden die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und der Bezirk Treptow-Köpenick in einem transparenten Verfahren. Die konkreten Bauprojekte werden aus dem IHEK abgeleitet. Die Höhe der Fördergelder, die für den Baufonds zur Verfügung stehen, wird vorab von der Senatsverwaltung bekannt gegeben.

Du als Anwohner*in bist die Alltagsexpert*in des Kosmos-Kiezes, du kennst deine Nachbarschaft am besten. Um dein Wissen weiterzugeben, kannst du an mehreren Stellen Einfluss auf die weitere Entwicklung in deiner Nachbarschaft nehmen – und du kannst Dich selbst an Aktionen beteiligen:

Im Aktionsfonds kannst du als Anwohner*in Ideen für ein Projekt einreichen. Wird das Projekt von der Aktionsfondsjury ausgewählt, kannst du dieses selbstständig umsetzen.
Du kannst auch an der Aktionsfondsjury teilnehmen, sie besteht aus Anwohner*innen und lokalen Akteuren. Die Aktionsfondsjury entscheidet über die Vergabe von Kleinprojekten im Kiez.

Auch am Quartiersrat kannst du mitmachen, er wird alle zwei Jahre aus Anwohner*innen und lokalen Akteuren gewählt. Der Quartiersrat erarbeitet gemeinsam mit dem Quartiersmanagement das Handlungskonzept IHEK für den Kiez, entwickelt langfristige Projektideen und ist in die Vergabe der Projekte eingebunden.

Auch das Vor-Ort-Team hat immer ein Ohr für dich, es ist für alle Anwohner*innen der Ansprechpartner im Kiez. Du kannst dein eigenes Anliegen jederzeit mit den Quartiersmanager*innen besprechen und weitere Gebietsentwicklungen anstoßen. Das Team ist regelmäßig auf den Straßen und Plätzen des Kosmosviertel unterwegs. Außerdem ist es zu den Sprechzeiten im Quartiersbüro zu erreichen.

Es gibt keine Grenze, wie lange ein Quartiersmanagement in einem Kiez ist. Fest steht jedoch, dass ein Quartiersmanagement nicht für immer bleibt. Der Auftrag des Quartiersmanagements lautet, Strukturen und Bedingungen vor Ort zu schaffen, die sich später selbst tragen und weiter zur Verbesserung des Kiezes beitragen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat zwei Merkmale festgelegt, nach denen entschieden wird, ob ein Quartiersmanagement erfolgreich war und sich zurückziehen kann:

1. die Daten zur sozialen Lage, die regelmäßig erhoben werden. Hier sind unter      anderem Kinderarmut und Arbeitslosigkeit entscheidend.

2. die Qualität der Bedingungen vor Ort. Gefragt wird unter anderem: Gestaltet die Bewohnerschaft aktiv ihr Wohnumfeld und übernimmt Verantwortung für ihren Kiez? Steigt die Wohnzufriedenheit? Haben sich die Nachbarschaften vernetzt und konnte sich ein lebendiges Miteinander entwickeln? Wie sehen die Erfolge in der Bildung aus?

Zeichnet sich ein positives Bild ab, leitet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen die Beendigung des Quartiersmanagements ein. Dazu gibt es eine zweijährige Übergangsphase, in der die bewohnergetragenen Strukturen weiter gefestigt werden können.

Du möchtest etwas zum Quartiersmanagement wissen? Du hast eine Idee für den Kiez oder willst selbst mitmachen? Dann wende Dich direkt an das Team vor Ort. Wir sind regelmäßig auf den Straßen und Plätzen im Kosmosviertel unterwegs und haben immer ein offenes Ohr für deine Fragen und Hinweise. Für größere Anliegen kannst du uns auch zu den Sprechzeiten im Büro besuchen: immer dienstags zwischen 10 und 12 Uhr und donnerstags zwischen 18 und 20 Uhr. Wir sind von Montag bis Freitag auch über Telefon und E-Mail zu erreichen. Selbstverständlich können wir auch einen individuellen Termin außerhalb der Sprechzeiten vereinbaren.

Das Quartiersmanagement wird aus Mitteln des Landes Berlin, der Europäischen Union und des Bundes finanziert.

Wenn du dich intensiver über das Quartiersmanagement und das Programm „Soziale Stadt“ informieren willst, findest du auf dem Dachportal des Quartiersmanagements Berlin alle wichtigen Infos: unter anderem, wer welche Fördermittel zur Verfügung stellt, wie das Programm abläuft und welche Institutionen daran beteiligt sind: www.quartiersmanagement-berlin.de

Wenn du dich näher mit dem Konzept Quartiersmanagement im Rahmen der Sozialen Stadt auseinandersetzen möchtest, findest du auf dem Dachportal des Quartiersmanagements Berlin einen genauen Einblick in das Programm und die Förderkulisse (http://www.quartiersmanagement-berlin.de).