Bauprojekte Kosmosviertel #1: Abenteuerspielplatz Waslala

| Aktuelles

In einer monatlichen Reihe wollen wir bereits durchgeführte, im Bau befindliche und geplante Bauprojekte rund um das Altglienicker Kosmosviertel vorstellen. Den Auftakt machen wir mit dem Kinderbauernhof und Abenteuerspielplatz Waslala, der 2018 ein neues Spielhaus erhielt.

Steckbrief

Baumaßnahme Ersatzneubau Spielhaus ASP Waslala
Anschrift Kinderbauernhof und Abenteuerspielplatz Waslala
Venusstraße 88, 12524 Berlin www.aspwaslala.de
Projektträger Fipp e.V. – Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis
Eröffnung der Einrichtung 1997
Bauzeitraum 2017-2018
Kosten und Finanzierung 950.000 Euro
Finanzielle Förderung Programm "Integration im Quartier"
Bruttogrundfläche 288 qm
Gebäudekapazität 30 Kinder
Zielgruppe Kinder von 6 bis 14 Jahre

 

Was steckt hinter dem ASP Waslala?

Der Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof „Waslala“ liegt an der Venusstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kinder- und Jugendzirkus „Cabuwazi“. Er besteht an dem Standort seit 1997, nachdem es schon vorher ab 1993 einen reinen Bauspielplatz in Altglienicke gab. An der Venusstraße wurde der Standort weiterentwickelt und um einen Kinderbauernhof und einen allgemeinen Freizeitbereich ergänzt.
Der Name „Waslala“ leitet sich aus einem Buch von Giaconda Belli her, in dem eine Handvoll Leute beschließen, dass sie in einer Welt voll von Hass und Kriegen nicht mehr leben wollen. Sie suchen sich zusammen einen Ort, an dem sie ein neues Zusammenleben praktizieren können: Waslala. Dort bauen sie aus Holz ihre Hütten, legen einen großen Garten an, kochen und leben zusammen.

Die Angebote des ASP Waslala richten sich an alle Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren. Ältere Jugendliche sind als ehrenamtliche Helfer gerne gesehen. Den ASP besuchen im Durchschnitt täglich ca. 35 Kindern und Jugendliche, sowie deren Familien und zahlreichen Ehrenamtlichen. Es gibt einen Kreis von 140 Stammgästen. Die Zusammensetzung der Kinder auf dem Platz veränderte sich durch den Zuzug geflüchteter Familien. Daher kommen auch aus den umliegenden Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete Kinder und Jugendliche. Der Kinderbauernhof wird mehrheitlich von Mädchen besucht, der Abenteuerspielplatz eher von Jungen. Träger ist das Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis e.V. (FiPP e.V.).

Kooperiert wird vom ASP mit dem Quartiersmanagement im Kosmosviertel und den dort tätigen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, mit dem benachbarten Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi sowie dem Bezirksamt. Geöffnet hat der Platz ganzjährig an allen Werktagen zwischen 13 und 18 Uhr, in den Ferien bereits ab 12 Uhr. An Sonnabenden gibt es ein Angebot für Familien aus dem Wohnumfeld. Alle Angebote sind kostenfrei.

Was wird alles angeboten?

Der ASP Waslala bietet den Kindern und Jugendlichen ein wichtiges vielfältiges Angebot zur offenen Freizeitgestaltung. So gibt es neben der Baufläche, auf der Kinder Hütten nach eigenen Vorstellungen errichten können, einen Kreativbereich mit Aktivitäten wie Malen, Basteln, Korbflechten oder Töpfern. Bei Problemen in der Schule oder in den Familien werden Beratungen durchgeführt und weiterführende Hilfsangebote vermittelt.
Im angegliederten Kinderbauernhof sowie im Garten können die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Tieren erlernen und Verantwortung für diese übernehmen. Im Garten der Einrichtung wird zudem Obst und Gemüse angebaut, das anschließend gemeinsam geerntet und frisch verarbeitet wird. Ferner gehören zum ASP Ausflüge, Ferienfahrten und Übernachtungen auf dem Platz.
Mit dem Projekt „Willkommen in Altglienicke“, gefördert aus Mitteln des Masterplans Integration und Sicherheit, setzt sich das Team des Abenteuerspielplatzes Waslala für die Integration geflüchteter Kinder und Familien ein.

Warum war zu bauen?

Auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes standen seit Jahren ein provisorisches Haupthaus für die die pädagogische Arbeit, ein Futterhaus und verschiedene temporäre Unterstände für die Unterbringung der Tiere sowie mobile Bauwagen, welche für unterschiedliche Projekte genutzt wurden und werden. Die Einrichtung hat für das Quartier „Kosmosviertel“ eine hohe Bedeutung für die Freizeitgestaltung und die außerschulische Bildung von 6 bis 14-jährigen Kindern und ist darüber hinaus ein wichtiger Treffpunkt für Familien.
Durch die Erweiterung der pädagogischen Angebote der Einrichtung, die Nutzung durch Kinder mit einer Behinderung und die hohe Besucherfrequenz durch junge Familien waren die räumlichen Kapazitäten an pädagogischer Nutzfläche im Haupthaus nicht mehr ausreichend. Gerade in den Wintermonaten konnten in den zuvor vorhandenen Räumlichkeiten nur in sehr begrenztem Umfang Angebote stattfinden. Der Bedarf überstieg die Raumkapazitäten.
Es wurde festgestellt, dass das in Eigenleistung errichtete Bestandsgebäude des ASP Waslala, was immer nur temporär gedacht war, im baulichen Zustand erhebliche Mängel aufwies. So waren einige Räume nicht beheizbar und der Brandschutz mangelhaft. Es fehlte an ausreichenden sanitären Anlagen, Abstellmöglichkeiten für Materialien und Werkzeuge sowie an Spiel-, Aufenthalts-, Gruppen- und Beratungsräumen.

Um was handelt es sich bei dem Bauprojekt?

Ziel war für das provisorische Haupthaus einen Ersatzneubau zu errichten, der als modernes Spielhaus allen gängigen baulichen Standards entspricht. Damit sollte zugleich eine Ausweitung des Raumangebots erfolgen, was wiederum eine Qualitätsverbesserung der Angebote ermöglicht. Über eine Ausweitung des Angebots können auch neue Zielgruppen erreicht werden. Das Raumprogramm beinhaltet mehr getrennt nutzbare Räume vor, die auch als Beratungsräume z.B. für Sozialtrainings im Rahmen von Hilfen zur Erziehung und Elterngespräche genutzt werden können.
Ferner war Ziel auch die tiergestützten Gruppenangebote, die eine lange Warteliste hatten, auszubauen. Deren Bestandteil sind Gruppentrainings in den Innenräumen. Weitere Zielgruppen sind Schul- und Kindergartengruppen aus der Nachbarschaft. In den neuen Räumen können wetterunabhängige Angebote stattfinden und somit auch mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden.
In dem Neubau gibt es zwei Gruppenräume, die beispielsweise als Atelier und Werkstatt genutzt werden können, eine offene Küche, eine Speisekammer sowie ausreichende Abstellmöglichkeiten für Materialien und Gerätschaften. Zudem gibt es mehrere Bäder und Toiletten sowie eine so genannte Reiterschleuse – ein gesonderter Eingang für diejenigen, die von der Arbeit mit den Tieren verschmutzt in das Gebäude kommen. Darüber hinaus gibt einen Besprechungsraum in dem beispielsweise Elterngespräche stattfinden.

In welchem Zeitraum wurde das ganze umgesetzt?

Nachdem der dringende Bedarf für einen Neubau des Gebäudes auf dem ASP Waslala sowie für eine Ausweitung pädagogischer Angebote im Quartier bereits im ersten Integrierten Handlungskonzept für das Programmgebiet der Sozialen Stadt Kosmosviertel festgestellt wurde, einigten sich der Bezirk Treptow-Köpenick und der Träger FiPP e.V. schnell, dass das Bestandsgebäude ersetzt werden muss. Auch der Quartiersrat und die Steuerungsrunde unter Teilnahme des Bezirksamtes gaben ihre Zustimmung für die erforderlichen investitionsvorbereitenden Maßnahmen. Diese begannen ab 2016 mit der Erstellung von Bauplanungsunterlagen in gemeinsamen Runden mit Bezirk, Träger und Quartiersmanagement Kosmosviertel. Die vorbereitenden Maßnahmen wurden aus Mitteln des Projektfonds Soziale Stadt in Höhe von 50.000 Euro finanziert.
Im Anschluss wurden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten geprüft. Dabei wurde eine Realisierung des Projektes mit dem Investitionspakt Soziale Integration im Quartier möglich.  Hierfür wurden 950.000 Euro bewilligt.
Konkretisiert wurde das Vorhaben 2017 gemeinsam mit dem Architekturbüro PLAFOND Gesellschaft für kostenoptimiertes Bauen mbH.

 

Skizze: PLAFOND Gesellschaft für kostenoptimiertes Bauen mbH
Skizze: PLAFOND Gesellschaft für kostenoptimiertes Bauen mbH
Eröffnung 11. Mai 2019 Foto: Benjamin Barthmann
Eröffnung 11. Mai 2019 Foto: Benjamin Barthmann