SonnenAtrium – ein neuer Begegnungsort für das Kosmosviertel ist eröffnet

| Aktuelles

Nach rund zwei Jahren Bauzeit konnte am 6. Juni an der Uranusstraße das neue SonnenAtrium neben der Kita Sonnenschein feierlich eingeweiht werden.

Das Fortbildungsinstitut für Pädagogische Praxis (FiPP) e.V. ist ein wichtiger Träger der Kinder- und Jugendarbeit im Ortsteil Altglienicke. Er betreibt den Abenteuerspielplatz Waslala, die Jugendfreizeiteinrichtung „Fairness“, die Kita Sonnenschein und die Kita Zur Teutonenburg, daneben gibt es Projekte wie „Mobil in Altglienicke“, „Willkommen in Altglienicke“ und „Mein Limit“. Nun ist ein weiterer Baustein dazu gekommen.

Für den 6. Juni wurde von FiPP e.V. an die Uranusstraße 23 zur Eröffnung des neuen Begegnungszentrums „SonnenAtrium“ eingeladen. Dieses entstand in Kooperation mit der benachbarten Kita Sonnenschein sowie dem Quartiersmanagement Kosmosviertel und soll ab sofort neben der Nutzung durch die Kita selbst als multifunktionaler Ort der Begegnung barrierefreie Bewegungs-, Bildungs-, Kultur-, und gesundheitsfördernde Nutzungsmöglichkeiten bieten.

Eine große Schar versammelte sich dann auch vor dem Eingang an einem Donnerstagnachmittag gegen 14 Uhr. Etliche darunter waren hier schon am 1. Dezember 2022, als viereinhalb Monate nach Baubeginn Richtfest gefeiert wurde. In den Grußworten wurde daran erinnert, dass es damals kalt und windig war. Anderthalb Jahre später ist der Ausbau abgeschlossen und die Eröffnung wird passend zum Namen „SonnenAtrium“ bei viel Sonnenschein mit 24 Grad gefeiert.

„Dieser Ort soll eine barrierefreie und integrative Begegnungsstätte für jedes Alter sein“, betonte Doreen Sieg als Geschäftsführerin von FiPP in ihren Auftaktworten. Es folgten allerlei weitere Grußworte aus den Reihen von FiPP, der Kitaleitung Joana Lanwehr, der Bauverantwortlichen, so etwa Ingrid Grünheid als Geschäftsführerin der Bauleitung von PLAFOND GmbH, und natürlich auch der Politik. So lobte die Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen- und Grünflächen sowie Umwelt- und Naturschutz, Dr. Claudia Leistner, den entstandenen Bau, als ein „Haus voller Möglichkeiten für gesellschaftliche Teilhabe und Integration, dass von der Nachbarschaft genutzt werden kann und offen für alle ist“. Auch die kurzfristig hinzugestoßene Berliner Gesundheitsstaatssekretärin Ellen Haußdörfer, beim Richtfest Ende 2022 noch als Altglienicker Wahlkreisabgeordnete anwesend, folgte der Bitte spontan ebenso ein Grußwort zu halten.

Nachdem alle einleitenden Worte gewechselt waren, die für den Bau Verantwortlichen die obligatorischen Blumen bekamen, von Seiten FiPP ein Scheck in Höhe von 500 Euro an die Kita für die Arbeit im SonnenAtrium übergeben wurde, gab es noch wie beim Richtfest vor anderthalb Jahren ein großes Gruppenfoto mit allen Anwesenden. Dann sollte es durch die Tür gehen, um sich ein erstes Bild von den neuen Räumlichkeiten zu machen. In zwei Gruppen aufgeteilt wurden die Anwesenden in einem Rundgang im und gegen den Uhrzeigersinn mitsamt Erläuterungen durch die Räume geführt.

Ein Rundgang durch das neue Gebäude

Der Weg durch den Haupteingang führt zunächst in einen viereckigen Raum mit einer großen Lichtöffnung im Dach, das Atrium. Inmitten diesem stehen im Quadrat angeordnet mit einem Würfel in der Mitte gelb leuchtende Sitzbänke. Darüber schweben Modelle von Planeten. Von dort aus lassen sich alle Räume des Begegnungszentrums sowie der umliegende Garten ohne Umwege betreten. Das Begegnungszentrum liegt auf dem Grundstück der Kindertagesstätte, ist aber durch einen Zaun von der dortigen Freifläche abgetrennt, so dass parallele Nutzungen möglich sind.

Geht man nach links kommt man zu den Toiletten und einer Umkleide mitsamt Duschen. Danach schließt sich der Saunabereich an, welcher zunächst den Kitakindern zur Verfügung stehen soll. Die Sauna wurde so gebaut, dass sie kindersicher ist. Von der Sauna aus ist es möglich in den Gartenbereich zu gehen. Dazwischen gibt es einen Bereich mit Sandkasten und Kneippgarten. Mehrere Felder mit Kies, Kieselsteinen, Rindenmulch und ähnlichem laden dazu ein, die Schuhe auszuziehen und nach der Lehre von Kneipp seine Fußsohlen zu massieren, damit etwas für Gesundheit und Wohlbefinden zu tun. In einem Schrank gibt es mehrere Spiele aus Holz.

Geht man von dort wieder auf direkten Weg ins Atrium schließt sich hinter einer beidseitigen Garderobe ein großer Mehrzweckraum an. Dazwischen existiert eine bewegliche Wand, womit man diesen in zwei getrennte Seminarräume mit jeweiligen Eingangstüren verwandeln kann. Die Räume sind ausgestattet mit Tischen und Stühlen sowie einem Beamer, der es auch erlaubt Filme zu zeigen. Im Saal ist auch für Kunst am Bau gesorgt. Die Wand zieren unzählige Stühle in verschiedenen Farben. Diese Installation der 1962 in Prag geborenen und seit 1993 in Berlin lebenden Künstlerin Rachel Kohn heißt „Ich, Du, Wir Stühle“ und soll auf die multikulturelle Zusammensetzung der Gesellschaft in Berlin verweisen. Die Stühle sollen verdeutlichen, dass alle Menschen einen Platz im Leben suchen, an dem man bleiben kann, egal welcher Hautfarbe, Nationalität, Religion oder Geschlecht man sei.

Kehrt man zurück ins Atrium gibt es nicht nur einen weiteren Ausgang in den Garten, sondern auch eine großzügige Küche mit Gemeinschaftsbereich. Hiervon gehen noch ein auch für Beratungen nutzbares Büro sowie ein Technikraum ab. In der Küche kann gemeinsam gekocht werden. Die Steckdosen sind in der Arbeitsplatte integriert und nur von Erwachsenen zu öffnen. Im unteren Bereich des Arbeitsplattentisches sind kleine Trittstufen ausfahrbar, damit kleine Kinder oben herankommen. Dort im Raum war dann auch ein Buffet mit allerlei Leckerkeiten aufgebaut, die vor Ort zubereitet wurden, neben verschieden belegten Häppchen, Wraps, Kuchen sowie Obst und Gemüse unter anderem eine Linsensuppe. Auch von der Küche geht es in den Gartenbereich, wo weitere Sitzgarnituren zum Verweilen einladen.

Im SonnenAtrium findet vielerlei Begegnung statt

Das SonnenAtrium soll zukünftig den Kindern und Familien der Kita Sonnenschein sowie der Bewohnerschaft des Quartiers Kosmosviertel zusätzlichen Raum für Begegnungen geben. Die bereits vorhandenen Angebote der Kita Sonnenschein werden dabei durch Sauna, Kneipp-Bereich und Küche erweitert. Darüber hinaus wird es als barrierefreie, integrative und zum Stadtteil hin offene Einrichtung genutzt, um Menschen verschiedener Herkünfte und Generationen zu verbinden.

Derzeit ist vorgesehen, dass Mittwoch bis Freitag die Kita Sonnenschein exklusiv die Räume nutzt. An allen anderen Tagen werden sie für Vereine und Initiativen zur Verfügung stehen. Noch gebe es dafür kein festes Programm. FiPP-Geschäftsführerin Doreen Sieg sagt hierzu: „Das Angebot ergibt sich aus Ideen und Initiativen der Bürger und Bürgerinnen“. Fest stehe aber, dass das FiPP-Projekt „Starke Mädchen*, starke Frauen*“ im SonnenAtrium eine neue Wirkungsstätte erhalte. Dieses werde sich immer sonnabends von 12 bis 17 Uhr zu unterschiedlichen Themen treffen. Dann soll an der Uranusstraße gemeinsam geredet, gebastelt und gegessen werden. Im Rahmen der Eröffnungsfeier stellte sich das Projekt auch vor. Ebenso beabsichtige sich der Bildungsverbund Kosmosviertel im SonnenAtrium zu treffen. In Überlegung ist vorne im Atrium regelmäßige Ausstellungen und Lesungen durchzuführen. Wenn der Umbau des Kiezladens WaMa zu einem Stadtteilzentrum ansteht, ist angedacht für die Bauphase mit den dortigen Angeboten hierher zu ziehen.

Gefördert und finanziert wurde der Neubau durch das Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Fotos: Joachim Schmidt
Foto: Joachim Schmidt