„Wie gehen wir nachbarschaftlich gut miteinander um?“ - Diese Frage wurde am 28.09. unter der Leitung von Heike Gede (vom Projekt „Gemeinsam älter werden im Kosmosviertel") intensiv und alltagsnah diskutiert. Dafür standen Vertreter:innen von Einrichtungen, Institutionen, Wohnungsunternehmen sowie Bewohner:nnen selbst Frage und Antwort.

Bei der Gesprächsrunde waren Catarina Cabral sowie Vanessa Machowetz vom Quartiersmanagement, Holger Wiegandt aus dem Kiezladen WaMa, Marcus Heidrich vom Familienzentrum und Cornelia Würz von der STADT UND LAND Wohnbautengesellschaft dabei. Sieben Anwohnende suchten die Gesprächsrunde auf. Ausdrücklich waren alle Anwesenden eingeladen persönlich zu sprechen, wodurch viele Ansichten zum Vorschein kamen, die zeigten, wie schwierig das Thema manchmal ist. 

Unter dem Stichwort „Gutes Miteinander“ ging es um Bedürfnisse von Nachbar:innen, Pflege von Nachbarschaft, Streitkultur & Konfliktlösung, Mediation zwischen Mietparteien, sowie die Kommunikation zwischen Mietenden und Vermietenden. Alle waren sich einig, dass es gut fürs Miteinander ist, wenn Nachbarn einem bekannt sind. So kann man sich grüßen und im besten Fall helfen oder austauschen. Dadurch steigt nicht nur die Stimmung, sondern auch die Vernetzung untereinander - was gut ist, wenn jemand einmal Hilfe oder ein offenes Ohr braucht.

Außerdem gehört zu einer gelingenden Nachbarschaft laut der Teilnehmenden das Halten an Regeln, wie die Hausordnung. Diese soll gelebt werden, in gegenseitiger Rücksichtnahme. Wichtig sei es, sich zu respektieren und spürbar den Willen mitzubringen friedlich und wohlwollend nebeneinander zu leben. Vielleicht ist man dann auch nicht weit entfernt von einer Nachbarschaftsaktion.

Schließlich wurden auch Schwierigkeiten und Herausforderungen genannt und besprochen. Dafür war es sinnvoll und günstig, dass teils Personen in Funktion vor Ort waren, um direkt die Möglichkeiten zu handeln, zu erläutern. Klar wurde, dass die meisten Konflikte zwischen Mieterparteien liegen. Dabei ging es vorrangig um unterschiedlich gelebte Werte und einseitig zu Last fallende Geräuschkulissen.

Sicher gibt es zu dem Thema noch mehr Redebedarf, als diese eine Gesprächsrunde zu bieten hatte, denn die schwierigen fragen sind: Wie lösen wir Konflikte? Welche Wege und Instrumente gibt es dafür?

Ein Schlüssel, der vorbeugend für Konflikte und auch im Anschluss sinnvoll wäre, ist, wenn man schon in Kontakt miteinander steht bzw. sich über einige Ecken kennt. Dadurch hat man eine Basis für ein Gespräch, das auch mal kritisch sein kann.

Wenn Nachbar:innen ihren Streit einmal doch nicht lösen können, gibt es sowohl bei der Stadt und Land als auch bei der Wohnungsgenossenschaft Altglienicke Mediations- also Schlichtungspersonen, die helfen können. Wenn gar keine Einigung oder Bereitschaft besteht, um miteinander zu sprechen, dabei aber Regeln (der Hausordnung) nicht beachtet werden, gibt es auch klare Vorgaben zu handeln: Dafür muss zum Beispiel ein Lärmprotokoll angefertigt werden, das innerhalb von sechs Monaten abgegeben werden muss. Dafür gilt es sich an die Vermieterin zu wenden.

In jedem Fall wurde deutlich, dass gute Kommunikation sehr wichtig ist und dass dafür Hilfe in Anspruch genommen werden kann und sollte. Im besten Fall schon bevor der Alltag dadurch erschwert wird. Gerade im Blick auf die Herausforderungen passen die Worte eines Teilnehmenden: „Es passiert schon etwas. Es bedarf einer großen Anstrengung auf allen Ebenen.“ Das klingt mühselig, ist es aber wert.

Denn fürs eigene Wohlbefinden und für ein „Gutes Miteinander“ ist es wesentlich Begegnung zu schaffen, sich zu engagieren bzw. Angebote anzunehmen und das Netzwerk dadurch „enger zu stricken“. Dafür können Nachbarschaftstreffs, z.B. bei den Gruppen im Kiezladen WaMa eine große Hilfe sein.